Wir waren unlängst in Hamburg zum Kajak fahren. Vor unserem Kajak-Urlaub wollten wir uns über Kanueinsatzstellen, gute Paddel-Strecken, Regeln, Gefahrenstellen etc. informieren. Wir haben zwar viele Informationen über das Kanu fahren in Hamburg online gefunden, allerdings musste man sich diese an verschiedensten Stellen zusammensuchen. Ich habe hier eine Link-Sammlung zusammengestellt und hoffe, dass sie dem ein oder anderen hilfreich ist, der auf der Suche nach ähnlichen Infos ist.

Inhalte: 

  1. Einsetzstellen (Einstiegstellen, Stege und Anlegestellen)
  2. Regeln und Gefahrenstellen
  3. Restaurants, Kneipen und Cafés am Wegesrand
  4. Kanu-Touren
  5. Kanuverleih
  6. Literaturtipps und Karten
  7. Eigener Erfahrungsbericht & Fazit

1. Einsetzstellen

Am Museum der Arbeit

Hamburg ist voller Gewässer, die mit dem Kajak befahrbar sind. Doch es ist nicht immer einfach, die Stellen zu finden, an denen man in See stechen kann. Erstrecht nicht, wenn man sein Auto dort stehen lassen möchte. Oft sind die Kanäle von Gebäuden und Grünflächen umgeben, häufig ist der Kanalrand zu hoch, um von dort aus ins Wasser zu kommen und die meisten der zahlreichen Stege, die es an denen man vorbei paddelt, sind in Privatbesitz und befinden sich beispielsweise in privaten Gärten oder auf dem Hof von Segelschulen etc. Besser, man weiß, wo man einsetzen kann. Die Übersichten, die man im Netz findet, sind sicher nicht vollständig, aber ein guter Anfang, um sich als Laie Informationen zu beschaffen:

  • Öffentliche Anleger zum Ein- und Aussteigen im Flyer „Sportboote auf der Alster“ der Polizei: www.polizei.hamburg (pdf)
  • Von einem Blogger zusammengestellte Karte mit (unter anderem) Stegen und Anlegestellen:  hamburgpaddelt.de
  • Einsetzstellen an der Alster von der Quelle bis zur Mündung: www.flussinfo.net

2. Regeln und Gefahrenstellen

Mit dem Kajak durch die Alsterkanäle, hier: Mühlenkampkanal

Ich komme aus einer Gegend, in der das Befahren der meisten Gewässer für Kanuten verboten ist und in der man gut beraten ist, die Gefahrenstellen der befahrbaren Flüsse zu kennen, wie z.B. Umtragestellen an Wehren oder Wasserfällen. Dementsprechend habe ich geraume Zeit damit verbracht, zu recherchieren, wo man in Hamburg mit dem Kanu fahren darf, welche Regeln es gibt und auf welche Gefahrenstellen man achten muss. Letztendlich erwiesen sich meine „Sorgen“ als unbegründet: 

In der Binnen- und Außenalster sowie den Kanälen ist das Fahren einfach und kaum eingeschränkt – was im Sommer unzählige unmotorisierte Wassergefährte anzieht, wie z.B. Ruderboote, SUPs, Tretboote, Kanus und auf der Außenalster auch Segelboote.  

Ein paar Stichpunkte zusammengestellt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: 

  • Das Kanu-Fahren in der Elbe und im Hafeninnenbecken ist erlaubt. Allerdings wird (vor allem unerfahrenen) Paddlern eindringlich davon abgeraten, denn es handelt sich um ein Tidengewässer, das noch dazu von großen Schiffen befahren wird. 
  • Wer dennoch von der Binnenalster Richtung Elbe fährt: Nördlich der Rathausschleuse in der Kleinen Alster und nördlich der Reesendammbrücke (Jungfernstieg) werden jeweils drei rote Lichter gezeigt, wenn Wasserregulierungen zwischen Alster und Elbe vorgenommen werden – in dem Falle den Bereich weiträumig meiden.
  • Anlegen an Stegen der Alstertouristik – auch kurzzeitig – ist verboten.
  • Übliche Regeln wie z.B. Rechtsfahrgebot in den Flüssen und Kanlälen, Vorfahrt für größere Boote/Schiffe, …

Links zu diesem Thema: 

  • Alle Regeln von der Wasserschutzpolizei zusammengestellt, in Flyern wie z.B. „Sportboote auf der Alster“, „Fahr- und Ausweichregeln im Hamburger Hafen“, „Sportboote auf den Binnenschifffahrtsstraßen“: www.polizei.hamburg
  • Was die Stadt Hamburg zur Nutzung der Gewässer schreibt: www.hamburg.de

3. Restaurants, Kneipen und Cafés am Wegesrand

Café Canale Hamburg
Café Canale

Eine charmante Gegebenheit in den Hamburger Gewässern ist, dass man sich um das leibliche Wohl keine Gedanken machen muss und man am Wegesrand gut versorgt wird. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, an Restaurants, Kneipen und Kiosken direkt anzulanden und sich mit Essen & Trinken einzudecken. 

Besonderes Highlight: Manche Lokalitäten bedienen sogar direkt in’s Boot! Allen voran zu nennen ist hier das Café Canale am Mühlenkampkanal, das für Wassersportler am kanalseitigen Fenster eine Klingel angebracht hat sowie ein vom Wasser lesbares Menü und Seile zum daran Festhalten während des Bestellvorgangs. Auch bei anderen Restaurants und Kneipen habe ich beobachtet, wie Gäste bei gutem Wetter am „Paddel-In“ bedient wurden, z.B. mit Bier an der Ratsherrnbar Mühlenkamp am Langen Zug oder mit Burgern bei Peter Pane am Mühlenkampkanal/Ecke Goldbekkanal. 

So neckisch ich diesen Service auch finde … in der Praxis stellt man fest, dass das Essen und Trinken auf dem Wasser vielleicht ganz nett für Tretbootfahrer ist, die ein oder zwei Hände dafür frei haben, aber als Kajakfahrer, die beide Hände zum Paddeln brauchen, sind haben wir doch lieber die Nahrungsaufnahme mit kurzen Pausen und Beine vertreten am Ufer verbunden. 

Links zu diesem Thema: 

  • Einige kulinarische Hinweise sind in diesem Artikel „Zum Picknick aufs Wasser“ in Die Welt enthalten: www.welt.de
  • Liebevoll in einer interaktiven Karte zusammengestellte Bezugsstellen für Snacks und Eishamburgpaddelt.de

4. Kanu-Touren

Im Stadtpark

Wer sich gerne in Hinblick auf schöne und erprobte Kanutouren inspirieren lassen und informieren möchte, findet an verschiedenen Quellen unterschiedliche Tourenbeschreibungen: 

Videos

  • Die Stadt Hamburg stellt unter www.hamburg.de einige Kanutouren mit Bildern und Video bereit, darunter Touren durch 
    • die Alster
    • die Alster-Kanäle
    • Wilhelmsburg
    • Gose Elbe/Dove Elbe
  • Vom NDR gefilmte Touren, u.a. über die Bille, den Isebekkanal, durch Wilhelmsburg usw:  www.ndr.de

Touren-Vorschläge mit Beschreibung & Karte

Ich persönlich finde Videos zwar ganz gut für den optischen Eindruck, aber bevorzuge zur Tourenplanung eine Kartenübersicht und detaillierte Beschreibung der Stellen, an denen man in irgendeiner Form aktiv werden muss oder an denen es Sehenswürdigkeiten gibt. Hierzu habe ich im Netz wirklich wenig gefunden! Solltet Ihr noch Schätze in petto haben, schreibt sie gern in die Kommentare, ggf. nehme ich sie in diese Auflistung mit auf. 

  • Tourenbeschreibung von Ohlstedt nach Ohlsdorf – zurück mit der S-Bahn: www.kanu-center.de (pdf)
  • Für Touren innerhalb von Hamburg habe ich auf das Buch „Die schönsten Kanutouren in Schleswig-Holstein und Hamburg“ zurückgegriffen – Details siehe Abschnitt Literatur.

5. Kanuverleih

Im Osterbekkanal

Wer nicht mit eigenem Boot unterwegs ist, kann sich an einem der unzähligen Bootsverleihe in Hamburg ein Kajak, Kanadier, SUP oder Tretboot leihen

Links zu diesem Thema: 

  • Eine Zusammenstellung der Kanu- und Bootsverleihe in Hamburg, inkl. Beschreibung, Preisen, Öffnungszeiten und Flotte: www.hamburg.de
  • Die Top 10 Bootsverleihe“ zusammengestellt von Hamburg Tourismus: www.hamburg-tourism.de
  • 11 Orte, an denen ihr in Hamburg Boote ausleihen könnt“: hamburg.mitvergnuegen.com

6. Literaturtipps und Karten

Rast am Stadtparksee

Literatur

Wer nicht nur über den Internetbrowser nach Informationen suchen möchte, dem seien hier ein paar klassische Literaturtipps ans Herz gelegt. An dieser Stelle ein Dankeschön an den Hamburger Kanu-Verband, der mich bei der Literatursuche freundlich unterstützt hat.

  • Die schönsten Kanutouren in Schleswig-Holstein und Hamburg – 48 Kanuwandertouren auf Auen, Flüssen und Seen“*, Heinz-Georg Luxen:
    In diesem Buch werden ausführlich Kanutouren in und um Hamburg beschrieben, inkl. Sehenswürdigkeiten & Wissenswertes, Tourroute auf Karte, Kilometerangaben und Schwierigkeitsgrad/Gefahrenhinweise. Ich persönlich habe mir die kleinen Kartenübersichten immer kopiert und in meine wasserdichte Handyhülle gesteckt, um im Zweifel noch einmal schnell nachsehen zu können, wo man abbiegen muss etc. 
    Die Touren im Großraum Hamburg umfassen Alster, Obere Bille, Untere Bille, Dove/Gose Elbe, Stadtparkrunde, Speicherstadt & Hafencity, Pagensand-Runde und Hansirunde (Hanskalbsand etc.). 

Kartenmaterial 

  • Diese praktische Wassersportkarte* zum kleinen Preis ist eine tolle Übersicht über alle Hamburger Gewässer und der Alster nördlich von Hamburg. Das Faltposter ist schlank und wasserfest und gibt auch Auskunft über Wehre, Schleusen, Kilometrierung, Vereinshäuser etc. 
    Link)
  • Für Elbe-Touren außerhalb von Hamburg, aber auch für Hamburg selbst zu gebrauchen: Tourenatlas* Wasserwandern Schleswig-Holstein-Unterelbe, Erhard Jübermann
  • Zur groben Orienierung und einen ersten Überblick reichen vielleicht auch diese Übersichtskarten über die Kanäle und Fleete in Hamburg online aus: de.wikipedia.org

Gewässerinfos über alle Flüsse/Kanäle Hamburgs

Streng genommen doch wieder Online-Literatur, passt aber an dieser Stelle am besten: Die Website Faltbootwiki stellt für diverse Flüsse national sowie international Infos für Paddler zusammen (Gewässerbeschreibung, Befahrungsregeln, Strecken, Einsetzstellen, Pegel …). Auch sämtliche Hamburger Gewässer sind hier vertreten.

App fürs Smartphone

Als Paddler – egal ob in Hamburg und Umgebung oder anderswo – findest Du Gewässer-Infos auf der Canua-App des Deutschen Kanu-Verbands und TouchingCodes: canua.info

(An dieser Stelle die generelle Anmerkung: Wer öfter Kanu fährt, dem kann ich die Investition in eine wasserfeste Handytasche (Beispiel*) nur empfehlen, um unterwegs das Smartphone griffbereit und geschützt dabei zu haben.)

7. Eigener Erfahrungsbericht & Fazit

Hamburger Skyline hinter der Außenalster

Hamburg ist nicht nur allgemein eine tolle Stadt, sondern auch eine super Paddel-Location! Wir haben in der Woche, in der wir da waren, nur einen Bruchteil des Möglichen zu Wasser gesehen. 

Vor der Reise habe ich mir Einstiegsstellen auf der Karte angesehen und dann gezielt in der Umgebung nach Unterkünften gesucht. Es hat uns nach Uhlenhorst verschlagen und das war kanutechnisch eine wirklich gute Wahl. Wir hatten das Glück, direkt vor „unserer“ Einstiegstelle einen kostenfreien Parkplatz zu ergattern. Wir mussten unsere Kajaks also immer nur wenige Meter vom Auto bis zum Kanal tragen und konnten losfahren. Ein Traum! (An Land haben wir uns nur per Fahrrad und zu Fuß bewegt, sodass wir das Auto nicht wegbewegen mussten.)

Ein paar Learnings, die ich oben noch nicht erwähnt habe: 

  • Ich hatte mich vorm Urlaub mit diversen Kanu-Strecken in und um Hamburg auseinandergesetzt. Letzten Endes konnten wir aufgrund des Wetters und zugegebenermaßen auch unserer Kondition nicht jeden Tag paddeln. Schon gar nicht so weit, wie ich es gerne gehabt hätte – 6 km/Tag erwiesen sich als ausreichendes Pensum für uns als Gelegenheits-Paddler. Folglich: Für ein paar Tage bietet die Innenstadt mit der Alster und ihren Kanälen genug Strecke, als dass man zusätzlich noch zu weiteren Flüssen fahren müsste. 
  • Das Alsterwasser ist nicht so klar und schmackhaft wie das, was man in der Kneipe unter diesem Namen bestellt … aber man kann zumindest drin schwimmen. 😉
  • Im Frühjahr/frühen Sommer gab es wohl in der Stadtparknähe Probleme mit Eichenprozessionsspinnern. Die Härchen dieser Raupen brennen und sind gesundheitsschädlich. Wir haben skeptisch an allen Eichen hochgeschaut, unter denen wir her fuhren, doch jetzt im August schienen die Probleme behoben und wir sind auch auf keine Absperrungen aufgrund der Plage mehr gestoßen. 
  • Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag helfen, Informationen über das Kanu bzw. Kajak fahren in und um Hamburg zu finden. Solltet Ihr weitere Fragen haben, die vielleicht andere Kajakfahrer aus der Region beantworten können, kann ich die freundliche Facebook-GruppeHamburg erkunden SUP/Kanu/Kayak“ empfehlen – hier habe auch ich mich vor der Fahrt aufgeschlaut. Hier kann man nicht nur Informationen finden, sondern ggf. auch Paddelbegleitung.

Über Kommentare unter diesem Blogbeitrag würde ich mich freuen! Schreibt gerne auch, wenn Ihr noch weitere wichtige Infos habt, z.B. gute Einsetzstellen oder Sehenswürdigkeiten. 

Viel Spaß beim Kanu fahren in Hamburg und immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel!

Mein Lesetipp:

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